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04.04.2014 17:07

Presseerklärung

30-Stundenwoche für berufstätige Eltern – Forderung der IG Metall als Einstieg in kurze Vollzeit für alle

Die Initiative „Arbeitszeitverkürzung jetzt!“ begrüßt nachdrücklich die Forderung der IG Metall nach einer 30-Stundenwoche für berufstätige Eltern und die Absicht, eine Debatte über eine neue Vollzeit anzustoßen und zum Thema der Tarifpolitik zu machen.

Nachdem die Gewerkschaften lange zum Thema Arbeitszeitverkürzung geschwiegen haben, werden die Wünsche der arbeitenden Menschen nach kürzeren Arbeitszeiten inzwischen so deutlich geäußert (wie jetzt in der IG Metall-Umfrage unter 500.000 Beschäftigten der Metallindustrie), dass sie nicht mehr überhört werden können. Wobei nicht nur berufstätige Eltern solche Wünsche äußern, sondern auch Berufstätige, die Angehörige pflegen oder sich weiterbilden wollen, aber auch ältere und durch überlange Arbeitszeiten körperlich und seelisch erschöpfte Berufstätige, die kürzere Arbeitszeiten brauchen, wenn sie ihren Beruf noch länger ausüben wollen.

Deswegen ist auch sehr zu begrüßen, dass die IG Metall nicht eine weitere Teilzeitregelung für eine Sondergruppe fordert, sondern ausdrücklich eine reduzierte Vollzeit, und damit eine Diskussion über Vollzeitarbeit mit weniger Wochenstunden anstoßen will, d. h. letztlich über eine neue Normalarbeitszeit, die die üblichen Teilzeitfallen (kein Rückkehrrecht auf Vollzeit, kein existenzsichernder Lohn, spätere Altersarmut, karrierehemmende Stigmatisierung) vermeidet und endlich wieder die Perspektive auf eine gerechtere Verteilung der vorhandenen Arbeit auf alle Gruppen am Arbeitsmarkt eröffnet: Beschäftigte und Arbeitslose, Männer und Frauen, Junge und Alte.

Um allerdings die Forderung nach einer reduzierten Vollzeit realistisch umsetzbar zu machen und Arbeitsverdichtung als häufige Folge bisheriger Arbeitszeitverkürzung zu vermeiden, müsste sie mit einem mindestens für die unteren Lohngruppen vollen bzw. nach Einkommenshöhe gestaffelten Lohnausgleich versehen und mit Regelungen zu einem verbindlichen Personalausgleich verknüpft werden.

Auf diesem Weg wünschen wir der IG Metall, aber auch allen anderen Gewerkschaften und politischen Akteuren mit Interesse an einer gerechten Verteilung von Arbeit viel Mut, viel Phantasie und viel Erfolg.

 

Initiative „Arbeitszeitverkürzung jetzt!“
Stephan Krull Margareta Steinrücke
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Tel. 0391-99060065 0421-71792
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